DAS BRAUNSCHWEIGER LAND, HARZ, ELM UND ASSE: NEUE BILDMOTIVE FÜR DIE PORZELLANMALEREI

Nach dem Ende des Siebenjährigen Kriegs (1763) gab Herzog Carl I. ein großes Tafelservice bei der Manufaktur Fürstenberg in Auftrag, für das auch Pascha Weitsch einen Probeteller ablieferte und daraufhin mit der Bemalung des gesamten Geschirrs betraut wurde. Satt zeittypischer Ideallandschaften schuf er einen einzigartigen Dekor „mit den Städten, Pflecken, Ämtern und Dörfern des Braunschweigischen […]

14 | Mondscheinlandschaft

um 1650 Aert van der Neer (Gorkum um 1603–1677 Amsterdam) Öl auf Holz, 33,7 x 53,7 cm HAUM, Inv.-Nr. GG 361 Van der Neer war berühmt für geheimnisvolle Nachtlandschaften, die er in unzähligen Versionen malte. Er beherrschte die Kunst, Dunkelheit mit flottem Pinselstrich überzeugend hervorzurufen. Er malte v. a. für das holländische Bürgertum, im 18. […]

12 | Mondscheinlandschaft

1763 Pascha Johann Friedrich Weitsch (Hessendamm 1723–1803 Salzdahlum) Öl auf Holz, 39,8 x 57,9 cm HAUM, Inv.-Nr. GG 626 Deutlich setzt sich Weitsch hier mit Aert van der Neer auseinander. Doch aus der reduzierten, stillen Atmosphäre des Holländers wird hier eine mit zahlreichen Motiven angereicherte Landschaft. Zum Mondlicht fügt er einen Stadt-Brand als besonderen Lichteffekt […]

KOPIEREN UND STUDIEREN — NACHTSTÜCKE NACH HOLLÄNDISCHEN MEISTERN

Neben der realen Natur waren Landschaften Alter Meister aus dem 17. Jahrhundert eine wichtige Inspirationsquelle für Pascha Weitsch. Sie wurden von fürstlichen und bürgerlichen Sammlern auch im 18. Jahrhundert sehr geschätzt und gesammelt. Daher stellten sie auch eine „Messlatte“ für lebende Meister dar. Der junge Weitsch studierte sie gründlich in der herzoglich braunschweigischen Galerie, die […]

PASCHA WEITSCH ALS „PORCELAINMAHLER“ FÜR FÜRSTENBERG

Im Frühjahr 1757 wurde Weitsch durch Herzog Carl I. vom Militärdienst freigestellt. Die außergewöhnliche künstlerische Begabung des Sergeanten sollte für die noch junge herzogliche Porzellanmanufaktur Fürstenberg fruchtbar gemacht werden. Ein Zweigbetrieb der Buntmalerei hatte sich in der neuen Residenzstadt Braunschweig etabliert. Hier nahm Weitsch seine Tätigkeit auf. Bereits in den frühsten fassbaren Arbeiten trat er […]

11 | Flußlandschaft

um 1758/59Pascha Johann Friedrich Weitsch (Hessendamm 1723–1803 Salzdahlum) Öl auf Pappe, 12 x 18 cm HAUM, Inv.-Nr. GG 647 Das Gemälde zeigt die Anfänge von Weitsch in der Ölmalerei. Als billige Alternative zu Holz verwendete er eine kleine Papptafel. Noch orientierte er sich an den beliebten idealen Landschaften des Rokoko: eher typisiert als nach der […]

10 | Tête-à-tête mit Hirtenszenen in Ruinenlandschaften

Fürstenberg, um 1765 Pascha Johann Friedrich Weitsch (Bemalung) (Hessendamm 1723–1803 Salzdahlum) Porzellan, Aufglasurfarben, Goldstaffierung HAUM, Inv.-Nr. Für 741–745 Weitsch stellte die Hauptmotive der einzelnen Bilder – Ebene, Felsformationen, Bäume, Buschwerk und Wolken sowie Hirten und Herdentiere – variationsreich zu einprägsamen szenischen Landschaftsausschnitten zusammen. Er entwickelte die Kompositionen mit großer Sensibilität aus den Grundformen des jeweiligen […]

9 | Potpourrivase mit idealer Landschaftsmalerei

Fürstenberg, um 1760Pascha Johann Friedrich Weitsch (Bemalung)(Hessendamm 1723–1803 Salzdahlum) Porzellan, Aufglasurfarben, Goldstaffierung, 27,2 x 13,8 cm HAUM, Inv.-Nr. Für 3052 Weitsch schmückte die Wandung der Vase mit zwei umlaufenden Landschaften. Auf der einen Seite zieht sich ein von Wagenspuren durchzogener Sandweg zu höher gelegenen Hütten. Daneben weitet sich die Landschaft zu Niederungen mit einem Fluss. […]

8 | Verzeichnis der Herzoglichen Bilder-Gallerie zu Salzthalen

Braunschweig 1776Christian Nicolaus Eberlein(Rudolstadt 1720–1788 Braunschweig) Durchschossenes Exemplar im Folio-Format, aufgeschlagen nach S. 340HAUM, Altregistratur, Sign. H9 Im Dezember 1788 wurde Weitsch zum „Gallerie-Inspektor“ ernannt. Anhand des Galeriekatalogs von Amtsvorgänger Eberlein wurde danach der Bestand kontrolliert. Weitsch quittiert am Schluss die Übernahme der Galerie in seine Obhut. Er erhielt ein regelmäßiges Einkommen und eine Wohnung […]

7 | Johann Georg Wille

1776Jean-Baptiste Greuze (Maler)(Tournus 1725–1805 Paris)Johann Gotthard Müller (Stecher)(Bernhausen 1747–1830 Stuttgart) Kupferstich, Pl. 30,2 x 22,5 cm, Bl. 38,5 x 30,2 cm HAUM, Inv.-Nr. JGvMüller AB 3.3 Der aus Hessen stammende, in Paris lebende Wille war Graphiker und Kunsthändler mit vielen Kontakten. Weitsch beschaffte über ihn Kunstwerke für den Braunschweiger Herzog und für seinen eigenen Kunsthandel. […]